Entschuldigung an die Yoni

Liebe Yoni,

Tempel des mir Vertrauten, ich bitte dich um Vergebung.

Hier stehe ich mit meinem Leben, das schon halb vorbei ist, mit meiner umfangreichen Erziehung, meiner Neugier und meiner Liebe zu dir, und ich gebe zu, dass ich gerade erst beginne, dich kennen zu lernen.

Es tut mir Leid für all die Male, wo ich dir nicht zuhörte. Ich entschuldige mich, dass ich vorgab, deine leise, sanfte Stimme nicht zu hören, die sagte: “Stop. Nicht jetzt. Nicht bereit. Es tut weh.”

Es tut mir Leid, dich gedrängt zu haben, schneller zu sein, als es deine Natur ist, und dir dann, außer dem Unrecht, auch noch die Beschimpfung zu zu fügen. Dich verurteilend, dass du nicht saftiger, empfänglicher, angeregter, geiler, jugendlicher und orgasmischer warst.

Ich entschuldige mich, deine Geborgenheit, deine Bedürfnisse, deine Gesundheit und deinen Genuss geopfert zu haben, nur um einem Partner zu gefallen. In meinem Schattenbedürfnis, von ihm anerkannt zu werden, ihn glücklich zu machen, seinen Hunger zu stillen, verließ ich unser Heiligtum und entsagte unserer Wahrheit.

Zu viele Male brachte ich uns in ungesunde Situationen, aus dem Bedürfnis heraus, das Spiel der sexuellen Manipulation zu gewinnen, sexy zu sein, begehrt zu werden, und erotisch unersetzlich zu sein. Es tut mir Leid, dass ich dich in eine solch gefährliche Nachbarschaft gebracht habe. In meiner Sehnsucht, geliebt und ja nicht verlassen zu werden, habe ich absichtlich deine Bedürfnisse übergangen und deine Weisheit verstummen lassen.

Und weil wir schon dabei sind, mein Geliebter, entschuldige ich mich dafür, dass ich es nicht ausgesprochen habe, nicht gesagt habe, was ich brauche und nicht darum gebeten habe, was ich wollte. Es tut mir Leid, dass ich mir nicht mehr Zeit genommen habe, die Geheimsprache dieses unteren Mundes zwischen meinen Schenkeln zu entschlüsseln und sie dir zu übersetzen. Denn so wären wir beide sanft zur Erleuchtung geführt worden.
Es war einfacher, zu denken, es wäre dein Job, es herauszufinden und mich anzutörnen. Es hat mir das Recht gegeben, dich für meinen Mangel an Befriedigung zu beschuldigen. Es tut mir Leid für all die Male, die ich JA sagte, mich sogar selbst zur Komplizin machte, mich selbst drängte und aufriss, als meine Yoni deutlich NEIN sagte. Und es tut mir Leid, dass ich bitter und nachtragend war, weil du meine Lüge nicht aufgedeckt hast.

Liebe Yoni, danke. Trotz allem, was zwischen uns geschehen ist, liebst und gibst du weiterhin bedingungslos. Ein Wunder der Lust und Freude, eine Flut heiliger Kraft bist du. Ein Tor zum großen Mysterium bist du, wenn du mit Ehrerbietung und Hingabe behandelt wirst. Du bist ein Wunder. Innerhalb dieser dunklen Tiefen, empfange ich das Flüstern einer Poesie, der Schlüssel zur Essenz der Essenz göttlichen Leuchtens. Dank sei dir, dass du mich unaufhörlich nach Hause singst.

Bitte vergib mir meine Ignoranz. Lehre mich weiterhin. Ich lausche. Ich lerne.

~ Lisa Schrader, AwakeningShakti

Übersetzung: Womanessence

Bild: Public Domain, CCO

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