Die Wucht der Liebe

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Mir scheint, ich habe sie deutlich unterschätzt: Maria Magdalena, den klaren Spiegel der Liebe. Habe nicht mit der Wucht der Wahrheit gerechnet, die sie mir in diesen Tagen vor die Füße legte.

Ja, sie hält mir den Spiegel vor. Sie schickt mich an all die verbannten Orte der Ignoranz, der Unehrenhaftigkeit, der Duplizität, der Kleinheit, der Selbstverurteilung und Scham.

Sie reißt mir die Masken der Unbewusstheit herunter. Gnadenlos. Aus Liebe.

Ich gab ihre Lehre von der lebendigen Erfahrung weiter–dabei wähnte ich sie, Maria Magdalena, selbst bei den Toten –so wie sie damals Jesus bei den Toten suchte. Ich unterschätzte ihren Einfluss ihre Wirkmacht, die definitiv bis in die heutige Zeit reicht.

Sie stand längst hinter mir und schaute mir über die Schulter, beobachtete mein Tun. Und irgendwann rief sie mich beim Namen und fragte:“Was hat all das mit dir zu tun?“

Während ich die Erfahrungen und Lehren der Prophetin studierte und konservierte, schnappte sie mich und warf mich hinein in die lebendige Erfahrung. Keine sehr angenehme….

Liebe in ihrer gemeisterten Form ist gnadenlos. Gnadenlos klar. Du kannst dich nicht herauswinden. Du musst in den Spiegel schauen. Du kannst nicht anders. Er ist magnetisch.

So durfte ich also meinen Anteil am Spiel von Kleinheit, Ignoranz, Unaufrichtigkeit und Arroganz schmerzhaft erfahren. Die Empfindungen von Selbstverurteilung, Scham und Schuldgefühlen lasteten tagelang auf meinem Herzen und dem Sonnengeflecht. Demaskiert und nackt stand ich da vor mir selbst.

Vor einigen Tagen noch fragte ich sie: „Maria Magdalena, was ist mit dem Verrat, den sie an dir begangen haben? Wie sollen wir Frauen heute damit praktizieren? “

Jetzt höre ich sie antworten:

„Ich lasse dich eine lebendige Erfahrung davon machen, damit du siehst: Es hat auch mit dir zu tun. Und so wie es mit dir zu tun hat, hat es mit allen Schwestern zu tun. Jede von euch verrät und hintergeht ihre Schwestern, mehr oder weniger, im Kleinen wie im Großen. Manchmal mit Absicht, manchmal unbewusst. Die Gründe sind vielfältig. Das Ergebnis ist das gleiche. Und solange ihr nicht eintretet in das, was ihr wirklich seid, solange ihr euch nicht selbst in eure Großartigkeit ermächtigt, bleibt ihr im uralten Spiel von Konkurrenz und Mangel und Kleinheit gefangen. Ihr seid unehrlich, solange ihr weder in euch selbst, noch in der anderen nicht ehrt, was ihr seid. Ihr seid nicht echt, solange ihr darauf beharrt, klein und unbedeutend zu sein und keinen wirklichen Einfluss auf das zu haben, was ihr euch ersehnt und was ihr wirklich wollt.

Ihr glaubt an die imaginären Grenzen, die Andere für euch gezogen haben und habt kaum Platz, euch zu bewegen, eure Flügel aufzuspannen. An diesen Orten ist es so eng und neblig, dass ihr die Schönheit der Schwestern nicht mit offenem Herzen sehen könnt. Ja, es ist ein uraltes Spiel, das schon so viele Generationen von Frauen geknechtet und klein gehalten hat. Ihr wurdet zu Komplizinnen von Glaubenssystemen und habt euch gegen euch selbst und gegen einander gewandt. Es ist keine Frage von Schuld und kein Vorwurf an dich, Schwester. Du hast schon genug darunter gelitten.

Aber hör mir gut zu, denn dies ist ein Aufruf an dich und euch alle:

Durchbrecht diese Spirale von Angst und Unfreiheit! Der erste Schritt ist es, deinen Anteil anzuerkennen. Solange ihr euren Anteil nicht anerkennt, solange ihr das Bedauern, den Schmerz, die Scham nicht fühlt, wird die verletzte Schwesternschaft, wird der gegenseitige Verrat nicht heilen. Und der Verrat an mir, Maria Magdalena, auch nicht. Es ist eure heilige Pflicht, einander zu ehren. Ihr müsst eure Herzen füreinander öffnen. Einander sehen. Einander hören. Tritt ein in deine eigene Schönheit und Ehre, Schwester und öffne dich für die Schönheit der Anderen. Es ist die Schönheit der Liebe und des Geistes , die aus euch allen auf unterschiedlichste und einzigartige Weise strahlt, wenn ihr euer Licht nicht mehr versteckt, wenn ihr eure Weisheit strahlen lasst und euch hingebt an die Liebe.

Ihr müsst nicht alles gut heißen und alles durchgehen lassen, was die Andere macht. Aber vergiss nie: Jede von uns kann sich irren, kann verführt werden von den alten Paradigmen, kann in manchen Bereichen von unbewussten Mustern gesteuert sein. Wir müssen Vergebung praktizieren uns selbst und anderen gegenüber. Demütig werden. Welch ein Segen  liegt darin, wenn wir uns für würdig erachten, einander aus Liebe Grenzen zu setzen. Auch das ist Heilung. Ganzwerden.

Du bist geachtet und geschätzt, Schwester. Ehre deine einzigartige leuchtende Stimme. Ahme nicht die Stimme der Prophetinnen und Propheten nach, selbst wenn du ihre Worte verehrst, weil du spürst, dass sie vom leuchtenden Geist durchwirkt sind. Erkenne: Es sind ihre Erfahrungen und Erkenntnisse, sie können dir Wege aufzeigen, aber du musst deine eigenen Schritte gehen. Deine eigenen Worte finden. Du musst ihnen Leben einhauchen durch deine eigene lebendige Erfahrung. Und nur, wenn du die Worte der Prophetinnen und Propheten auch lebendig machst, ehrst du sie wirklich. Sonst frierst du sie ein, konservierst sie, mauerst sie bei lebendigem Leibe ein.

Sprich du auf deine Art, ehre deine eigenen Erfahrungen und teile sie. Ich werfe dich auf dich selbst zurück, denn ich liebe dich! Ich bereite dir Schmerz und kitzle die Angst aus dir heraus, aber es geschieht aus unendlicher, entschlossener Liebe. Lege mir alles zu Füßen, Schwester. Deine Schuld, dein Fehlen, deine Scham, deine Unehrlichkeit. Ich werde dich mit lebendigem Geist taufen, dich beim Namen rufen, dich reinwaschen von allem Irrtum und Zweifel. Ich werde dir die Angst vor deiner eigenen Großartigkeit nehmen und dich in dein wahres schuldloses Wesen erwecken. Und jedes Mal, wenn du stolperst und fällst, komm zurück an mein liebendes Herz. Ich werde dich erlösen.“

~ Maria Magdalena

 

Durch nichts werden wir so tief gelehrt, als wenn wir mit unserem Schmerz, unserem Versagen konfrontiert werden. Nie sind wir so klar, wie im Schmerz, wenn wir uns unsere Nacktheit eingestehen und all die Masken der Rechtfertigung, der Selbstzufriedenheit , der Selbstgerechtigkeit , der Unfehlbarkeit und Rechtschaffenheit ablegen.

Mit grenzenloser Dankbarkeit für meine Lehrerinnen Chameli Ardagh und Maria Magdalena sowie all die einzigartigen Schwestern, die mir in diesem Leben begegnet sind, die mich gelehrt haben und durch welche ich gelehrt wurde. Jede hat auf ihre Art Spuren in mir hinterlassen. Ich verneige mich vor euch allen.

~ Claudia@womanessence

Bild: Splitshire

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4 Gedanken zu “Die Wucht der Liebe

  1. Liebe Claudia! JA… Danke für Deine Gedanken, Deine Erfahrungen mit Maria Magdalena. Ich selbst „arbeitete“ im Selbststudium zum Jahreswechsel mit ihr und erlebte einiges ganz ähnlich. Und Deine/ ihre Worte sind eine WUNDERvolle Ermutigung für den Internationalen Frauentag am 8 März. Lasst uns die LIEBE wählen, egal was ist! Namasté- Karin

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