Durga

peter engelhardt

Durga (Sanskrit, f., durga, wörtl.: die schwer Zugängliche, die schwer zu Begreifende, die Undurchschaubare) ist eine der populärsten Aspekte der Göttin im Hinduismus und wird in traditionellen Abbildungen in unterschiedlichen Erscheinungsformen dargestellt – eine Göttin der Vollkommenheit, die als Sarasvati, Lakshmi und Ishvari sowie in anderen Formen erscheinen kann und unter anderem Kraft, Wissen, Handeln und Weisheit verkörpert.
Laut der tradionellen Überlieferung kommt Durga als letzte Rettung, tausendarmig und mit tausend Schwertern auf dem Tiger reitend, aufs Schlachtfeld, um den Dämonen zu töten, der die Welt der Menschen zu vernichten droht. In dem Moment, als der Dämon der unendlich weiblich-mütterlichen Liebe Durgas gewahr wird und inne hält, schlägt sie ihm den Kopf ab.

Das Schwert steht als Symbol für die Klarheit und Tatkraft, sich von all dem, was uns oft als Dämonen begegnet: Verstrickungen, veraltete Glaubenssätze, kleine und große Ängste – all dem was uns davon abhält, in Liebe zu sein – abzuschneiden, zu lösen, um es hinter uns zu lassen.
Die tiefe Einsicht und Unterscheidungsfähigkeit Durgas, verbunden mit Ihrer Entschlusskraft und ihrem Handlungsvermögen führt so in den Raum, in dem nichts als das wahre, erwachte Selbst zurückbleibt,
welches schlussendlich nicht anders kann, als in die absolute Liebe einzuschmelzen.

Im Tantrismus ist sie Shakti. Während sie etwa als Lakshmi zu Vishnu und als Sarasvati zu Brahma gehört, ist sie in der Form der Durga keinem männlichen Gott zugeordnet.
In traditionellen Darstellungen reitet Durga den Tiger – ein Sinnbild für die spirituell erwachte Frau, die ihr Becken, die Schale ihres Seins, als Quelle weiblicher Spiritualität erschlossen und ihr volles sexuelles Potential entfaltet hat.

Welches Bild wäre in unserer westlichen Gesellschaft noch angstbesetzter, als das einer Frau/Göttin, die zugleich unendlich erotisch als auch unendlich machtvoll und selbstbestimmt ihr Universum hier auf Erden kreiert – und ihre volle göttlich-weibliche-schöpferische Macht lustvoll lebt und nutzt?
So wie Durga diese beiden göttlich-weiblichen Aspekte in sich vereinigt, werden sie durch den dritten Aspekt der unendlich liebenden Mütterlichkeit vollendet.

Durga – die heilige Mutter, die sich machtvoll in weiblich-schöpferischer Weisheit für die Wandlung unseres Planeten einsetzt.

Text: Myana Schubert

Bild: „Durga“, 2012, Acrylfarben auf Leinwand 90 x 160 cm © peter engelhardt · www.diegoettin.com

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5 Gedanken zu “Durga

      1. Ja, mir ist auch schon aufgefallen, dass es da unterschiedliche Darstellungen gibt. „Den Tiger reiten“ hört sich für mich aber besser an. Darum hab ich mich für den Tiger entschieden. 😉 Grüße!

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