Warum finden immer mehr Frauen ihren genitalen Bereich, ihre Vulva unästhetisch oder häßlich?

grit scholz

Ob dies schon immer so war, oder erst in jüngster Zeit so ist, lässt sich schwer sagen, aber das es heute immer mehr Frauen gibt, die sich einer genitale Schönheitsoperation unterziehen, das ist eine Tatsache. Die meist genannten Gründe sind, die Form und größe der inneren Schamlippen, mit denen die Frauen sich nicht wohl fühlen. Es wird oft von Ekel gesprochen, von Scham und Beklemmung – all diese Dinge verhindern, dass sich die Frau sexuell attraktiv und wohl in ihrer Haut fühlt.

Da in den letzten Jahren die Mode der Intimrasur auch in den westlichen Ländern Gang und Gebe geworden ist, liegt es auf der Hand, dass der bewusste Umgang und das Anschauen der eigenen Genitalien begonnen hat und sicherlich auch Auslöser diese neuen körperlichen Unzufriedenheit ist. Bevor Frau sich den Intimbereich rasierte, haben die Wenigsten jemals ihre Vulva wirklich betrachtet – wussten also gar nicht Bescheid, wie genau diese aussieht und meist wollten sie es auch nicht wissen.

Woher kommt das sogenannte genitale Schönheitsideal?

Fotomontage aus dem Buch
Fotomontage aus dem Buch „Das Tor ins Leben “ von Grit Scholz

Die Frage drängt sich auf, woher Frauen wissen, was eine schöne Vulva ist und was nicht? Wer prägte dieses genitale Schönheitsideal und wie genau sieht es aus? Vielleicht fangen wir von hinten an – beim Aussehen, dann beantwortet sich die Frage, wer es prägte vielleicht von selbst. Fragt man Frauen und Schönheitschirurgen, was ich in den letzten Jahren vielfach getan habe – wie eine schöne Vulva aussehen soll, dann kommen da sehr eindeutige Antworten. Die äußeren Schamlippen sollen fest und geschlossen sein, ohne dass die inneren Schamlippen herausragen. Die inneren Schamlippen sollen sehr klein und möglichst glatt sein (faltenfrei). Die Klitoris soll als solche gut erkennbar sein, aber nicht so groß, dass sie aus den äußeren Schamlippen herausragt und an einen kleinen Penis erinnert. Die Vagina selbst sollte nicht zu weit offen sein, was auch immer das heißen mag.

Frauen erinnern sich nur zu gerne an ihre kindliche Yoni (Vulva) denn diese sah genauso aus, wie sie es nun gerne wieder haben wollen.

Aber warum? Kann man sich einen Mann vorstellen, der einen gut entwickelten Lingam (Penis) hat und sich sehnsüchtig wünscht, er sollte wieder aussehen, wie er damals war, als er noch ein kleiner Junge war?

Ich habe mich seit vielen Jahren mit diesem Thema befasst und bin zu dem Schluss gekommen, dass wir fast weltweit absolut kein positives, liebevolles und respektvolles Bild von weiblichen Genitalien haben. Kaum ein Mädchen erfährt beim Heranwachsen genau, wie stolz sie sein kann, eine Frau zu sein und was das im Hinblick auf ihren Körper alles bedeutet, wie er sich verändert und das dies kein Fluch ist, sondern ein Segen. Die meisten Mädchen leiden genauso wie ihre Mütter unter der monatlichen Blutung und tun alles, um diese zu ignorieren so gut es geht. Welche Frau genießt ihre Mondphase (Monatsblutung) und ist sich voll bewusst, was das bedeutet, nicht nur auf der körperlichen Ebene? (Naja, das ist ein Thema für sich – aber es hängt eben alles zusammen.)

Die Kirche brachte viel Unheil über die Frauen, außer Maria – die angeblich eine unbefleckte Empfängnis hatte – sind automatisch alle anderen Frauen, die neues Leben gebären – befleckt und unrein. Dies wirkt fast wie ein Fluch – denn wenn das, was die Menschheit am Leben erhält nicht mit Respekt und Achtung gesehen wird – wie sollen dann einzelne Frauen stolz und glücklich sein, mit ihrem „Tor ins Leben“ – wenn es etwas Unreines und Beflecktes von Sünde erfülltes sein soll.

Ein kleines Mädchen dagegen ist noch ganz rein – daher kommt meiner Meinung nach dieses völlig verdrehte Schönheitsideal.

Unsere Kultur hat es noch nicht geschafft – wirkliche Weiblichkeit zu erkennen, zu benennen und zu verehren. Es ist unsere Aufgabe, hier Licht und Bewusstheit an diesen dunklen tabuisierten Ort zu bringen, damit weibliche Sexualität, Gebären und Verbundenheit in Ganzheitlichkeit – was Weiblichkeit aus macht – ermöglicht wird auf unserer Erde. Für jede einzelne Frau und damit auch für die gesamte Weltgemeinschaft.

Schönheit neu definieren – durch eine liebevolle, bewusste Sichtweise!

Lebensgut-Verlag, Das Tor ins Leben, Grit Scholz, Vulva, Yoni, Schamlippen
Fotos aus dem Buch „Das Tor ins Leben“ von Grit Scholz

Meine Arbeit hat mir gezeigt, dass es möglich ist, Schönheit neu zu definieren. Mir sind viele Frauen begenet, die beim Anblick meines Bildbandes „Das Tor ins Leben“ entsetzt waren. Oft konnten sie die Bilder der Yonis (Vulven) gar nicht betrachten, es wurde ihnen regelrecht übel und sie schlugen das Buch angeekelt schnell wieder zu. Manche waren in der Lage, über ihre Gefühle zu sprechen und manche konnten nicht anders, als meine Arbeit heftig zu verurteilen. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass fast alle Frauen, die mit dem Buch und damit mit dieser Thematik in Berührung kamen und nicht von vorn herein bewusst, verbunden und glücklich mit ihrer Vulva waren – in einen inneren Prozess geraten sind.

Denn die heftigen Gefühle, das Unwohlsein bis hin zu Übelkeit, der heftige Widerstand und das Entsetzen – beim Anblick einer Yoni (Vulva) hat sie meist auch im Nachhinein noch beschäftigt. WIESO? Und wenn man dieser Frage folgt, beginnt ein Prozess, es wird schnell klar, dass es sich dabei nicht um einen natürlichen Zustand handeln kann, sondern dass wir irgendwie verrückt sein müssen, wenn wir unseren eigenen Körper an dieser Stelle als so ekelhaft empfinden. Es ist das „Tor ins Leben“ – ein Wunder der Schöpfung… Und uns wird klar, dass es nur an unserer eigenen inneren Haltung liegt, wie wir eine Yoni (Vulva) betrachten. So als wäre unsere Wahrnehmung völlig vergiftet… Wenn das aber erst mal klar wird, dann sind wir bereit NEU zu schauen. Zu schauen, auf Farbe und Formen, die Einzigartigkeit, die Lebendigkeit, den Ausdruck… Wir erkennen in der Yoni (Vulva) so etwas, wie das zweite Gesicht der Frau. Man sieht es ihr an, wie es ihr geht, sie verändert Form und Farbe je nach emotionaler und körperlicher Befindlichkeit. Es ist spannend und aufregend, das zu entdecken.

Schauen sie sich den Bildband an und versuchen sie zu fühlen, wie es der jeweiligen Frau und Yoni (Vulva) wohl geht. Ist sie entspannt, fröhlich, ängstlich, verbittert, offen, zu, übergriffig oder zurückhaltend, verzweifelt, erfüllt… erlauben sie sich, diese Dinge zu fühlen und sie werden es erkennen – so wie auch andere Dinge aus der Natur (Blüten, Steine, Wolkcn ect.) eine bestimmte Schwingung haben und uns durch Form und Farbe ihren Charakter fühlen lassen.

~ aus dem Buch „Das Tor ins Leben“ von Grit Scholz, http://www.lebensgut-verlag.de

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