Projektionen -ein Minenfeld schwesterlicher Verletzungen

SplitShire-3037

Wir waren gestern Abend wirklich richtig mutig in unserer Tempelgruppe….und ich möchte gerne unsere Medizin hier mit euch teilen.

Die Vorgeschichte:
Eine Schwester äußerte in letzter Zeit wiederholt ein gewisses Unwohlsein in/bzw. nach der Tempelgruppe. Als sie für sich selbst der Sache auf den Grund ging, entdeckte sie, dass es damit zu tun hat, dass jede der Tempelschwestern ihr einen Aspekt ihrer Mutter auf schmerzhafte und energieraubende Weise widerspiegelt.

Mit der Zeit begann ich zu verstehen, dass es sich hier wohl um mehr als ein ganz persönliches Unwohlsein handelte, sondern um eine „verborgene“ Medizin für uns alle. Eine der sprichwörtlichen Übungen, die uns der Kreis gibt. So sprach ich sie also darauf an, ob sie bereit wäre, beim kommenden Tempelabend ihren Schmerz und ihre Projektionen mit den anderen Frauen zu teilen –und sie willigte dankbar -aber auch mit Herzklopfen- ein.

So saßen wir also gestern nach sehr innigen Vorbereitungsübungen im Kreis und sahen mutig und praxisnah der Dynamik von Projektionen ins Gesicht. Wir erklärten uns bereit, all das, was sonst automatisch und unbewusst diesbezüglich in uns abläuft, in die Bewusstheit zu bringen.

Willig setzten wir uns diesem schrecklichen Feld aus, in dem wir uns selbst und andere immer wieder tief verletzen.

Ohne Landkarte, ohne Skript wagten wir uns hinaus aufs Glatteis…bemerkten wie wir immer wieder mangels einer adäquaten Gesprächskultur haarscharf an der Katastrophe entlangschrammten, in den Automatismus der Rechtfertigung, des Widerstands, des Rückzugs, der Erklärung und des Analysierens verfielen. Tapfer und wachsam richteten wir immer wieder den Kurs aus, als wir drohten, in die Geschichten abzudriften.

Wir versuchten das, was hier war, auf den unterschiedlichsten Ebenen zu ergründen und zu halten, auch unsere sprachlichen Mittel flossen dabei mit ein: Missverständnisse wurden geklärt und Dinge von allen Seiten betrachtet und in die Relation gebracht.

Wir durften so viel lernen dabei. Und am Ende der äußerst holprigen Reise empfand ich die Atmosphäre als kristallklar und frei. Als Essenz des Ganzen konnten wir am Ende zusammenfassen, dass es schlicht und einfach um das Dableiben und Aushalten geht. Immer und trotz Allem. Bis sich die Wasser wieder von den aufgewirbelten Partikeln geklärt haben. Dass wir dazu fähig sind, haben wir bewiesen.

Für mich war das größte Geschenk, zu erleben, dass wir uns, ohne zu wissen, wie es gehen könnte, im Namen der Echtheit und Bewusstheit auf solch eine „gefahrenreiche“ Reise gewagt haben, bei der wir tatsächlich riskierten, in Ratlosigkeit, Verletzung und Ressentiments hängenzubleiben.

Ein weiteres befreiendes Geschenk war für mich, dass ich erfahren durfte, wie ich nach anfänglicher Sorge um eine Tempelfrau, die meinem Gefühl nach ziemlich betroffen war (höchst wahrscheinlich eine Projektion meinerseits), sie am Ende ganz unbelastet und glücklich in die Selbstverantwortung gehen lassen konnte.

Ich muss zugeben: Die Reise war schauklig und unsicher und sicherlich alles andere als elegant. Aber wir wurden reich belohnt: die Medizin die der Kreis entfaltet, ist von solch einer Intelligenz und Weisheit und Effektivität und für jede punktgenau, wenn wir sie entstehen lassen. Es ist einfach immer wieder unfassbar.

Ich würde mich freuen, wenn mein Bericht euch inspiriert und bestärkt
~ Claudia

PS: Ich habe dieses Experiment nur gewagt, weil ich ganz deutlich spürte, dass ich es nicht „nicht machen“ konnte und wir seit fast anderthalb Jahren eine „eingeschworene“ Gruppe sind. Ich würde es nicht für jede Gruppe raten. Danke, liebe Annett Zupke für deine einfühlsame Beratung vorab. Das kurze Gespräch mit dir hat mich richtig gut in den Abend hineingetragen.

Bild: Splitshire

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2 Gedanken zu “Projektionen -ein Minenfeld schwesterlicher Verletzungen

  1. Danke liebe Claudia,
    Für diese Inspiration .
    Genau in solch ein Feld möchte ich auch kommen, dabei sein..
    Teil einer Temprlgrupoe sein , eine gründen, in die Tiefe gehen, die eigene Wahrheit und die der anderen Frauen wahrnehmen, ergründen und Freude teilen.
    Weißt du wie ich einen solchen Leitfaden finde? Die Sommerausbildungswoche gibt es glaube ich zZt nicht. Das Buch „komm Dir näher“ habe ich schon zu Hause :-).
    Liebe Grüsse von Helga

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