Wer hat Angst vor der Göttin?

Ist Gott Vater und Mutter –und wenn ja, warum reden wir dann immer nur vom Vater oder vom Herrn?

Es gibt ein gefühltes Unwohlsein unter manchen Frauen und Männern, dass mit der verstärkten Betonung der Göttin das Weibliche über das Männliche gestellt würde. Und eigentlich sei „das Göttliche doch sowieso absolut“, sagen sie.

Nüchtern bemerkt, höre ich da einen Widerspruch. Wenn Gott das Absolute ist, dann gibt es im Reich des Absoluten nichts außer ihm, oder anders ausgedrückt:  ER/SIE ist Alles. Also: No Problem. Kein Drüber und kein Drunter.

Wo ist dann also das Problem? Woher rührt das Unbehagen? Wieso wird die Betonung auf die Göttin, den weiblichen Ausdruck der Vollkommenheit des Göttlichen, als sonderbar oder gar als Sakrileg empfunden? Warum ist es so „unerhört“, sie zu nennen?

Eine mögliche Erklärung…

Das Weibliche wurde ab einer bestimmten Phase in unserer Geschichte zur „Anderen“ deklariert, zur „Besonderen“ –und somit zu derjenigen, die ausgesondert wurde vom Norm-alen: dem Männlichen. Und hier beginnt das Problem: Es wurde die Hälfte der Ganzheit, sowohl des Menschseins, als auch des Göttlichen abgespalten, und das Leiden -unter genau dieser Trennung- nahm seinen Lauf.

Und uns Frauen, die den weiblichen Ausdruck Gottes wieder betonen und zurückholen, wird nun diese Besonderheit des göttlich Weiblichen, welche wir nicht erfunden haben, als Erhöhung oder unangemessene Sonderstellung der Göttin vorgeworfen.

Schließlich aber haben Männer die Göttin von ihrem Thron gestürzt und aus dem kollektiven Gedächtnis verbannt. So ist ein männlicher Gott zum Universellen, zum Norm-alen geworden und das Weibliche zum Besonderen im eher negativen Sinne. Diese ursprünglich männergemachte Besonderheit des Weiblichen im Allgemeinen und der Göttin im Besonderen, wird nach wie vor geächtet, misstrauisch beäugt, als nicht existent erklärt oder als Spinnerei angesehen.

Die Göttin, die in weltweit in den uralten vorchristlichen Kulturen noch ganz selbstverständlich als die, die alles gebiert und alles nährt, verehrt wurde, erscheint uns jetzt als Utopie, als Hirngespinst, während ein alternder männlicher Gott seit sechs Jahrtausenden immer mehr vereinsamt auf seinem Thron -und sich danach sehnt, endlich wieder seine Geliebte an seiner Seite zu haben, und zwar auf Augenhöhe, an ihren angestammten Platz.

Aber in Wirklichkeit war sie immer dort, nur in unserem menschlichen Gewahrsein konnten wir sie nicht mehr wahrnehmen, weil wir die Bilder von ihr und ihre Mythen vergessen mussten, um zu überleben und schließlich die Verbindung zu ihr verloren haben.

Nun ist es Zeit, uns zu erinnern…an die Göttin und ihre uralten Mythen, an weibliche Weisheit, überliefert durch Raum und Zeit. Verkörpert durch uns.

~ Claudia@womanessence

Bild: Privat, Copyright

Video „Über die Rückkehr der Göttin in unser weibliches Bewusstsein“: https://www.youtube.com/watch?v=qtwcaUHF1aA&t=278s

Lass uns gemeinsam die uralten Pfade der weiblichen Zugehörigkeit wieder frei legen…in den Womanessence Womencircles und Retreats: https://womanessence.de/aktuelles/

Vertiefende Bücher zum Thema Göttin und weiblich-spirituelle Praxis:

Bücher von Christa Mulack findest du hier: https://www.christa-mulack.de/buecher…

„Komm dir näher“ von Chameli Ardagh

„Psychotherapie im Raum der Göttin“ von Gertrude-Raven Croissier


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