Veröffentlicht am

LILITH, die Grenzgängerin


Sie ist eine Wesenheit, die sich nicht in ein einziges Feld einordnen lässt.
Sie existiert zwischen Frau und Geist, zwischen Natur und Mythos, zwischen Körper und Symbol.

Und genau das macht sie für patriarchale Systeme so untragbar –
und für Frauen heute so bedeutsam:

Sie zeigt ein verkörpertes, eigenständiges, sexuelles Frau-Sein,
das nicht auf Rollen reduziert werden kann.

Sie zeigt ein geistiges und seelisches Bewusstsein,
das nicht von Autoritäten abhängig ist.




Lilith ist eine Figur, die immer dort auftaucht, wo Ordnung bricht:

Wo Frauen Nein sagen.

Wo weibliche Lust nicht kontrollierbar ist.

Wo spirituelle Selbstbestimmung wichtiger ist als Gehorsam.

Wo Grenzziehung heilig wird.


Lilith ist also nicht ungreifbar, weil sie „zwischen“ etwas steht,
sondern weil sie nicht zu fassen ist, wenn man versucht, sie in eine Form zu pressen.


Lilith verlässt nicht die göttliche Ordnung.
Sie verlässt eine männliche Machtordnung, die ihr Sein beschneiden will.
Und gerade darin wird sie zu einer archetypischen Figur weiblicher Freiheit:
verkörpert, geistig, unbezähmbar – und nicht einzugrenzen in Kategorien.

~ Claudia@womanessence

Bild: Rachel Coyne, Unsplash