Frauen verändern sich! Und Männer auch?

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von Amari Dé

Ich glaube aus manchen Veröffentlichungen heraus zu lesen, dass wir uns als Frauen auf einem guten Weg sehen und die Männer aber als irgendwie zurückbleibend wahrnehmen. Und immer wieder finde ich Frauen, die sich mit den Gedanken zu Angeboten beschäftigen, in denen wir Frauen der Männerwelt auf die Sprünge helfen könnten. Also, was Frau Mann so anbieten könnte, damit er „endlich“ auch den Level erreicht, den Frauen mittlerweile haben, und alles wieder gut zusammen passt.

Die Frage die daraus für mich resultiert, ist die folgende:

Sollen wir, als Frauen, uns quasi als Geburtshelfer in professionellen Angeboten mit der Entwicklung des Mannes befassen?

Ich persönlich denke, das Männer und Frauen untrennbar zusammen gehören und auf demselben Weg sind, letztendlich. Im Abgleich mit meinem Mann erfahre ich immer wieder, dass sowohl das Erleben als auch die Wahrnehmung, die Männern zu eigen ist, sich doch sehr stark vom weiblichen Erleben unterscheidet. Bis hinein in das Kommunikationsverhalten.

Sie sind wunderbar, diese Männer! Sie ergänzen weibliches Erleben, weibliche Wahrnehmung, weibliches Denken und weibliches Tun in höchst vollkommener Weise. Aber: Sie sind häufig den Ansprüchen, die aus einer neu entstandenen Haltung der Frau entstehen, nicht gewachsen. Stehen bis auf ein paar wenige Ausnahmen, von denen mir persönlich viele auch noch als noch relativ form- und profillose, eher künstlich geschaffene Prototypen eines Mannes der Zukunft erscheinen, den neuen Forderungen der Frauen je nach Naturell hilflos bis aggressiv gegenüber.

Ob wir – als Frauen – etwas daran ändern können???

Ich denke, wir als Frauen, sind doch im Grunde genommen doch selber noch total damit beschäftigt, herauszufinden, was Frauen in ihrer spezifischen Veranlagung benötigen, oder? Also immer noch auf dem „Forschungsweg“. Wenn wir doch noch so sehr damit beschäftigt sind, unseren eigenen Weg zu finden: Überlasten wir uns nicht damit, auch noch einen Weg für Männer zu finden, in die wir uns nur äußerst unzureichend und nur mit männlicher Hilfe überhaupt einfühlen können? Sollten Männner nicht ihre eigenen Wege suchen und finden?

Und überhaupt: Ist es nicht vielleicht sogar überheblich, zu glauben, wir müssten die Wege der Männer finden, wir könnten die Wege der Männer finden?

Männer sind stark, intelligent, einfühlsam und haben ihr eigenes, überaus kraftvolles Potential. Das sollten wir achten. Sie können sich genauso selbst entwickeln, wie wir das getan haben und immer noch tun, so denke ich.

Und sie werden es tun. Ganz zwangsgläufig und ganz natürlich. Denn Frauen und Männer befinden sich in einem gemeinsamen System, das einem Mobilée vergleichbar ist. Wenn sich ein Element verändert, gerät das ganze System ins Schaukeln. Wenn wir uns – aus dem gesellschaftlichen Überblick heraus gesehen – verändern, werden sich die Männer zwangsläufig auch verändern. Wenn auch vielleicht nicht konkret unser eigener Partner…

Zu erwarten, dass das gleich jetzt sofort geschieht, wäre Illusion. Solch eine Entwicklung benötigt unter Umständen viele Generationen. Das zeigt sich auch, wenn wir an die Entwicklung des Selbstwertgefühles der Frauen von den ersten Anfängen der Emanzipationsbewegung während der Französischen Revolution bis zum heutigen Stand denken.

Solche Veränderungen keimen langsam, seeeeeeehr langsam, bis es irgendwann einmal dann zum Schneeball-Effekt kommt. Solche Veränderungen sind eher natürlichen Wachstumsprozessen vergleichbar als Revolutionen.

Und hast Du schon mal versucht, einen Grashalm aus der Erde zu ziehen, damit er größer wird? Frustrierendes Geschäft! Entweder, du rackerst Dich ab, bist vorsichtig ohne Ende und erreichst nichts oder Du reißt ihn heraus und machst ihn damit kaputt.

Wir müssen darum das Schaukeln, das Aneinanderklatschen der Einzelelemente und die Verwirrung des Mobilées schon aushalten. Wenn wir nicht dazu bereit sind, dann dürfen wir uns – auch als weibliches Kollektiv – nicht verändern.

Aber: Gerade dieses Schaukeln, diese Unruhe, diese Reibung ist das Leben, denn es bedeutet Veränderung. Alles was sich nicht mehr verändert, steht still. Und Stillstand ist Tod.

Feiern wir also das Leben. In all seinen Herausforderungen, Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten!

~ Amari Dé (Beziehungs-Weise)

Bild: Splitshire

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