Weibliche Spiritualität und weibliche spirituelle Praxis

SplitShire-2548von Amari De´

Das mit der Weiblichkeit und der Spiritualität ist oberflächlich betrachtet schon eine vertrackte Kiste. Finde ich. Also, nicht so sehr für die Frauen, die keine Kinder haben. Aber für die Frauen, die sich für Kinder entschieden haben – und das ist nun einmal ein Commitment, ein Gelübde, was man über Jahre hinweg aufrechterhalten muss – für die ist es,  zumindest auf den ersten Blick betrachtet, schon problematisch.  Die Spiritualität an sich vielleicht nicht, die Durchführung einer oder mehrerer Praktiken, die zur Vertiefung der spirituellen Einsicht führen,  aber schon.

Nachdem ich jetzt nach  24 Jahren mehr oder weniger Mutterschaft langsam wieder in die kinderlose Welt eintauche – man glaubt es kaum, aber ja, es existieren vollkommen verschiedene Welten:  diejenige der Frauen mit Kindern und diejenige der Frauen ohne Kinder – erlebe ich viele Frauen, die ungehindert von jedweder Verantwortung  „ausschließlich ihrem Herzen folgen“  und fröhlich von Seminar zu Retreat zu Veranstaltung fahren, sich für Tage oder Wochen in Klöster zu Klausurtagen zurückziehen, eine Belehrung nach der anderen erfahren und vielleicht sogar die eine oder andere „Einweihung“ oder „Übertragung“ bekommen. Da könnte glatt Neid aufkommen, wenn man die Freiheit dieser Frauen so sieht, die ihre spirituelle Praxis ähnlich ausleben, wie Männer das oft tun können, denen als Haupternährer oft immer noch größere Freiräume zugestanden werden.

Es handelt sich also um ein zeitliches Problem, das aus der Rolle einer Frau als Kindererzieherin erwächst. Dahinter steht natürlich schon das Bedürfnis der Frauen, Kinder zu bekommen und sie – in der Regel – auch selber großziehen zu wollen, also eine wirklich spezifisch weibliche Ausrichtung auf Kinder.

Dies ist die vordergründige Perspektive, die viele von uns, die sich für Kinder entschieden haben, erst einmal mit geknickten Gesichtern dastehen lässt, wenn sie an ihren spirituellen Entwicklungsweg denken.

Aber haben wir wirklich einen Grund dazu?
Untersuchen wir doch einmal, welche Inhalte und Ziele Spiritualität überhaupt hat und welche Wege zu diesen Zielen führen…

Als erstes mal ein kleiner Seitenhieb, den ich mir im Angesicht des Esoterik-Marktes gerade mal nicht verkneifen kann: Weibliche Spiritualität  bedeutet nicht die Aufpeppung des weiblichen Egos, wie das in der feministischen und postfeministischen Szene gern aus dem Bedürfnis einer verletzten Weiblichkeit heraus gedacht wird. Sie hat nicht die Verherrlichung der Weiblichkeit (was für ein Widerspruch) zum Ziel.

Spiritualität ist zunächst einmal geschlechtsneutral und bedeutet das Streben nach einer Wahrnehmung oder die Arbeit an der Wahrnehmung von etwas Numinosem, etwas Transzendentem, einer Wirklichkeit, die die Wirklichkeit durchzieht, die Ahnung einer Gottheit. Ganz gleich, ob diese Gottheit persönlich, vielleicht sogar als männlich oder weiblich, oder  unpersönlich bis überpersönlich gedacht wird. Spiritualität beginnt unter Umständen mit einem Glauben. Und oft endet sie auch da. Sie kann aber auch, und das ist meines Erachtens ihr eigentliches Ziel, in ein Wissen münden, dass durch spirituelle Wahrnehmung aufscheint. Wahrnehmung hat, zumindest für mich, nicht im Geringsten etwas mit „Glaube“  zu tun. Denn Glaube  bedeutet für mich, darauf zu vertrauen, dass etwas wahr ist oder funktioniert, von dem ich nicht weiß, ob es wahr ist oder funktioniert. Glaube ist ein Vertrauensvorschuss. Spiritualität dagegen strebt nach Wahrnehmung, also Wissen. Denn wenn ich etwas wahrnehme, weiß ich, dass es (zumindest subjektiv als innere Wahrnehmung in mir) vorhanden ist.

Und da liegt der Schlüssel:

Wir sind Frauen.  Unsere biologische Auslegung darauf, Kinder zu bekommen, ist ein Hindernis für uns, unsere Spiritualität in derselben Form auszuleben, wie Männer das tun oder kinderlose Frauen. Unsere biologische Auslegung darauf, Kinder großziehen zu können, ist aber auch unser besonderes Talent, das uns von den Männern unterscheidet. Ja, wir haben das Talent, Kinder zu bekommen. Und: Wir haben aufgrund dieser besonderen evolutionären und biologischen Auslegung (die eigentlich in all ihren Auswirkungen das Einzige ist, was uns von den Männern unterscheidet) ein besonderes  Talent zur spirituellen Wahrnehmung.

Behaupte ich jetzt mal!

Denn evolutionär haben diejenigen Frauen ihr Erbgut am besten weiter gegeben, die es verstanden haben, die Signale ihres nichtsprachfähigen Kindes aufzunehmen. Die es verstanden haben,  sich mit ihrer vollständigen Wahrnehmung, welche feinste Schwingungen auffasst, auf ihr neugeborenes Kind einzulassen. Diejenigen, die in der Lage waren, sich emotional so weit zu öffnen, dass sie mit ihrem Kind verschmelzen und seine Wahrnehmungen als die ihren wahrnehmen konnten. Diejenigen also, die quasi einen „Siebten Sinn“ entwickelt haben.

Tschakka. Und da sind wir!

Bei unserem besonderen Talent zur spirituellen Wahrnehmung! Denn natürlich lässt sich diese Wahrnehmungsfähigkeit, die Feinheit der Aufnahmefähigkeit, nicht auf unsere Kinder beschränken. Ein Radar empfängt schließlich auch nicht nur ein Flugzeug, sondern tastet den Himmel rundherum ab. So haben wir, die Frauen (klar, die eine mehr, die andere weniger) einen Radar, der die Pflanzen abtastet, die Menschen um uns herum, die Tiere, die Steine, die Lüfte. Und  auch das was zwischen all dem ist… Wir nehmen es wahr!

Wir müssen es nicht glauben, wie die Männer mit ihren tradierten Religionen und Göttern, wir spüren es. Das hat uns übrigens tatsächlich in früherer Zeit zu einer Gefahr gemacht für die Institutionen, welche den Glauben bewahren wollten. Wo kommen wir denn als Institution hin, wenn plötzlich unsere Autorität angefochten wird durch eine Wahrnehmung, die der von uns gelehrten Tradition widerspricht. Wir würden angezweifelt, womöglich angekratzt und schlimmstenfalls in die Nicht-Existenz gestürzt. Kein Mensch will das. Auch keine Institution. Und genau darum wurde die individuelle, die magische oder mystische Wahrnehmung im christlichen Raum als häretisch unterdrückt.  Aber das nur als kleiner Exkurs…

Also, wir Frauen (und gerechterweise auch manche Männer) haben eine besondere Begabung zur spirituellen Wahrnehmung. Wir ruhen in einer Weltsicht der Verbundenheit, in einem Aufgehoben-Sein im Göttlichen. Wir haben unsere kleinen Rituale und unsere Visionen. Und eigentlich könnten wir ganz glücklich sein damit.

Die Unzufriedenheit, die sich auftut, liegt, so glaube ich in dem heute üblichen Spiritualitäts-Tourismus. Spiritualität ist zum Geschäft geworden.  Zu einem riesigen Markt.  Da werden ganz klar Bedürfnisse nach immer weiterer spiritueller Vertiefung geweckt. Ob das Angebot am Markt diese Bedürfnisse tatsächlich befriedigen kann oder nur weiteren Hunger erzeugt und von echter spiritueller Wahrnehmung letztlich ablenkt, das wage ich nicht zu beurteilen.

Letztlich ist das Ziel einer spirituellen Praktik erst einmal das Erzeugen einer Wahrnehmung und im nächsten Schritt die Vertiefung der Wahrnehmung bis hinein in die Aufhebung der Subjekt-Objekt-Dualität, bis zur Verschmelzung.

Die unterschiedliche Veranlagung von Männern und Frauen hat tiefgreifende Konsequenzen für unseren spirituellen Weg:

Männer beginnen folgendermaßen:

Schritt 1: Sie studieren eine Lehre, die besagt, dass es etwas Transzendentes gibt.
Schritt 2: Sie glauben der Lehre, dass es etwas gibt.
Schritt 2: Sie vertrauen auf die Wirkung der innerhalb der Lehre angebotenen spirituellen Praktiken.
Schritt 3: Sie praktizieren.
Schritt 4: Die Praxis führt sie – im gelungenen Falle – zu einer Wahrnehmung des Transzendenten. Vielleicht auch für gewisse Momente zu Verschmelzungserfahrungen.
Schritt 5: Die Wahrnehmung und die Erfahrung aus der Praxis muss nun so lange wiederholt werden, bis sie im Idealfall dauerhaft ins Alltagserleben integriert ist. Oder aber die Alternative: Die Praxis muss andauern, damit das Alltagserleben die spirituelle Wahrnehmung nicht stört. Das ist der Fall bei Retreats und Klausuren, in denen sich Praktizierende über Jahre hinweg aus dem Alltagserleben heraus ziehen.

Bei Frauen verhält es sich ganz anders.

Frauen beginnen gleich bei Schritt 4: Sie nehmen wahr, dass es etwas gibt. (Klar übrigens, dass Männer, die das nicht von selbst wahrnehmen, die Wahrnehmung der Frauen als irrational bezeichnen. Vor diesem Hintergrund jetzt können wir das leicht verstehen und verzeihen, oder?)

Alles klar?

Frauen fangen also da an, wo Männer im gelungenen Falle mit ihrer Praxis hinkommen. Ziel einer weiblichen Spiritualität kann es also nur noch sein, ihre Wahrnehmung zu „vertiefen“, das heißt sie dauerhaft werden zu lassen. Für  Frauen ohne Kinder gibt es jetzt beide Möglichkeiten, ähnlich wie bei den Männern in Schritt 5 beschrieben. Entweder sie integrieren die Wahrnehmung in ihren Alltag oder sie ziehen sich zu kontinuierlicher fortwährend andauernder,  ununterbrochener spiritueller Praxis  aus der Welt zurück, damit das Alltagserleben die spirituelle Wahrnehmung nicht unterbricht oder stört. Frauen mit Kindern  müssen auf die Variante „Integration ins Alltagserleben“ zurückgreifen. Und das ist nicht die schlechteste Form für die weibliche Veranlagung.

Da viele Frauen dazu neigen, sich verbinden zu wollen (mit ihren Kindern, Eltern, Freundinnen, Schwestern….) und das ja gerade ihre besondere Qualität ist, die sie zu dieser besonderen spirituellen Wahrnehmung und zu Verschmelzungserfahrungen befähigt, ist Rückzug für viele Frauen der falsche Weg, denn dabei besteht für uns die Gefahr, dabei zu verdorren. Für viele Frauen führt der Weg zur Vertiefung beziehungsweise zur „Herstellung“ einer größeren Wahrnehmungskontinuität häufig darum nicht über die Isolation vom Alltagserleben, sondern über Verbindung und durch das Alltagserleben hindurch.

So wie die Kinderaufzucht auf biologisch-evolutionärem Weg die Grundlage für unsere besondere Begabung geschaffen hat, so bietet sie jetzt auch besondere Möglichkeiten der Vertiefung  unserer spirituellen Erfahrung:

Das Endziel jedweder Spiritualität ist die Verschmelzung, die Aufhebung der Subjekt-Objekt-Dualität, die Participation mystique , die Vereinigung mit dem wie auch immer gedachten Göttlichen.

Verschmelzungserfahrungen können, so beglückend sie letztendlich sind, auch als beängstigend erfahren werden, denn sie gehen ja nun einmal mit einer Ich-Entgrenzung, im weitesten Sinne sogar  einem Ich-Verlust einher. Wenn jemand die Auflösung der Subjekt-Objekt-Dualität anstrebt, macht es deshalb auch ganz ohne christlichen Selbstverleugnungshintergrund  Sinn, das Verschwinden des Ichs zu „trainieren“.  Im männlichen Übungsweg wird das ganz gezielt durch asketischen Verzicht und durch Übungen des Loslassens trainiert.

Bei Frauen, die Kinder groß ziehen, geschieht das nahezu von selbst.  Denn  Frauen, die Kinder großziehen, unterziehen sich einer 20-25jährigen Ausbildungszeit in der Disziplin „Weg vom Ich und hin zum Du!“.  In keiner anderen Lebensform ändern sich die Lebensumstände, Rhythmen und Anforderungen so oft und so schnell wie in der einer Mutter. In keiner anderen Lebensform müssen Pläne, Träume, Wünsche und Hoffnungen immer wieder über den Haufen geworfen werden und neu aufgebaut werden. Für keine andere Lebensform ist so viel dauerhafte Hingabe nötig. Na, wenn das mal nicht eine Übung im Sich-Selbst-Loslassen ist? So ganz nebenbei? Quasi im Vorbeigehen?

Eine weiteres Übungsfeld im „Sich selbst nicht so wichtig nehmen“ bietet ein anderer ebenfalls exklusiv weiblicher Erfahrungsbereich, der es Frauen möglich macht, einen Blick auf das Spiel des Geistes zu werfen:  Es ist die weibliche Menstruation beziehungsweise die damit verbundenen Stimmungsschwankungen.

Ich habe anlässlich meines eigenen prämenstruellen Syndroms seinerzeit festgestellt, dass mich an diesen Tagen Dinge genervt haben, die mich sonst absolut nicht belastet haben. Das hat mir die Erkenntnis geschenkt, dass es weniger das äußere Klima ist, das mich etwas als nervig oder nicht nervig erfahren lässt, sondern das innere Klima. Und das wechselt auch wieder.

Das heißt, ich muss nicht jedem inneren Wetter folgen. Ich muss mich auch nicht von jedem inneren Wetter herunter ziehen lassen,  und ich muss nicht jedes innere Wetter nach außen tragen und dort womöglich die Umwelt damit vergiften. Ich kann mich und meine inneren Wetter stehen lassen und einfach weiter ziehen.

Männer haben dieses Übungsfeld nicht. Sie haben nur eine einzige Chance, eine ähnliche Erfahrung zu machen, und zwar die, sich von äußeren Reizen abzuschirmen. In der Stille eines Retreats oder einer Mönchszelle machen sie dann vielleicht die Erfahrung, dass sie ganz unabhängig von Außenreizen Unwohlsein, Groll, Unruhe, Aggression… entwickeln  und erfahren ebenfalls die Bedeutung des inneren Wetters.

Und da wäre natürlich als wichtigste Grundlage der spirituellen Entwicklung einer Frau die Verschmelzungserfahrung, die sich bei einer Mutter mit einem  neugeborenen Baby ganz wie von selbst einstellt, zu der aber fast alle Frauen, ob mit oder ohne Kind ein besonderes Talent haben. Wie schon erwähnt haben Männer Verschmelzungserfahrungen in tiefgehenden Meditationen und vielleicht, vielleicht, vielleicht in liebender Vereinigung. Für Frauen dagegen ist es absolut „normal“, wenn auch nicht minder beglückend, mit ihrem Baby zu verschmelzen in unendlich glückselig weiter Herzöffnung, oder mit einer Blume oder mit einem Taubenbaby, wie ich vorletztes Jahr erfahren durfte.

Diese Erlebnisse sind so häufig in einem Mutterleben, dass diese Öffnung irgendwann so gut trainiert sein kann, dass sich diese Verschmelzung „auf Kommando“ herbeirufen lässt. Das Objekt der Verschmelzung ist dabei beliebig.  Es ist relativ egal, ob es sich um die Verschmelzung mit einem geliebten Menschen,  um die Verschmelzung mit einem Kieselstein,  um die Verschmelzung mit einem Funken Sternenstaub oder um die  Verschmelzung mit dem immanenten/transzendenten Göttlichen handelt. Die Leichtigkeit, die Fähigkeit sich zu verschmelzen, zu verbinden, in etwas anderem aufzulösen ist jederzeit abrufbar und präsent und kann zu einem unendlich beglückenden Gefühl des Aufgehoben-Seins im All-Sein führen.

Es liegt mir absolut ferne, Frauen idealisieren zu wollen. Ich denke, es gibt viele Dinge, die Männer und Frauen in gleicher Form aufweisen. Unsere Biologie jedoch ist unterschiedlich und bietet jedem Geschlecht besondere Chancen. Und die sollten wir nutzen!

Sei also nicht traurig, meine Weggefährtin, mit kleinen Kindern. Schau nicht mit dem Blick des Verzichts auf die Vielzahl der angebotenen Wege auf dem „spirituellen“ Markt der Möglichkeiten. Vieles von dem brauchst Du nicht.

Dein spiritueller Pfad ist der Weg der Mutter!
Er bietet Dir alle Reichtümer der Welt, alle spirituelle Erkenntnis, die es zu gewinnen gibt, sofern Du ihn achtsam gehst und seine Lehren aufnimmst.

Und auch Du, meine Weggefährtin, die Du keine Kinder hast, sei nicht traurig!
Auch Dein spiritueller Weg kann der Weg der Mutter sein. Denn auch Du trägst die besondere Begabung der Frauen in Dir und es gibt viele Wesen und Dinge auf der Welt, mit denen Du Dich verbinden kannst. In einer Weise, wie es nur wir Frauen können.

Und vielleicht, vielleicht treffen wir ja zusammen im Kreis all der Frauen, die den Weg vor uns beschritten haben und uns ihr kostbares Erbe hinterlassen haben, und derjenigen, die nach uns kommen mögen in allen Dimensionen der Zeit und des Raumes, die wir miteinander verschmelzend durchdringen können. Wir reichen uns die Hände, wir verbinden uns miteinander und wir verbinden uns mit dem großen, dem unaussprechlichen, dem allumfassenden Seienden-Nichtseienden.

Take your seat, sister!

Namasté, liebe Schwester!
Namasté!

~ Amari De´

Ergänzung zum Drüber-Nachdenken:

Über die Participation mystique:

Nach C. G. Jung ist Participation mystique ein „Überbleibsel der uranfänglichen Ununterschiedenheit von Subjekt und Objekt, also des primordialen unbewussten Zustandes“, ein unbewusstes Vorstadium der Subjekt-Objekt-Spaltung. Es beruht auf der emotional erlebten Identität der Naturvölker mit der Natur und dem eigenen Stamm oder auf der gefühlsmäßig erlebten Identität des Kleinkindes mit seinen Bezugspersonen, insbesondere mit der Mutter. Letzteres wird von der Psychoanalyse als Übertragungsverhältnis bezeichnet. Entsprechende Phänomene bei den Naturvölkern beruhen gewissermaßen auf einer magischen Beziehung zur Natur und zum Kollektiv. Die Interpretation der von Lévy-Bruhl beschriebenen Participation mystique ist nicht nur von Bedeutung in entwicklungsgeschichtlicher Hinsicht, sie macht z. B. auch Aspekte des Kollektivbewusstseins verständlich. Jung befasste sich mit Lévi-Bruhl zur Verdeutlichung seiner Theorie des kollektiven Unbewussten, die ihn in Gegensatz zu Sigmund Freud brachte.

(„Participation mystique“, Stichwort in Wikipedia)

Bild: Splitshire

~~~

Lust auf eine nährende und inspirierende Auszeit im Kreise von Frauen?

Hier findest du alle aktuellen Womanessence-Frauenretreats

Advertisements

Ein Gedanke zu “Weibliche Spiritualität und weibliche spirituelle Praxis

  1. ich bin auch nicht traurig 🙂 – sondern froh und dankbar für das, was Du gedacht, durchdrungen und geschrieben hast. Froh aber auch, dass/weil ich als Mann Deinen Text verstehe, mit Deinen Gedanken mit wandern kann.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s