Die feminine Seele

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von Sebastian Gronbach

Wenn wir als Männer eine feminine Seele verstehen wollen, dann müssen wir lernen, in der vollkommenen Wahrheit des gegenwärtigen Augenblicks zu stehen. Ohne Fluchtversuche.

Was bedeutet das?

Wenn der maskuline Teil unserer Seele spricht, dann meint er was er sagt. Und zwar genau so wie er es sagt. Was er heute sagt, gilt auch noch morgen. Ein Mann – ein Wort. Worte sind für das Maskuline Träger von Informationen. Sie stehen aufrecht und geradlinig da und sind im guten Sinne berechenbar und allgemeingültig. Darin liegt ein großer Segen – ein gewichtiger Teil unserer Welt ist auf dieser Zuverlässigkeit gebaut.

Die Worte des Femininen dagegen tragen Emotionen und bewegen sich auf pulsierenden Wellen. Es sind eher Wolkenformationen als Sachinformationen. Und wie Wolken können sie jetzt so und gleich wieder anders, und im übernächsten Moment verschwunden sein. Jetzt scheint die Sonne. Und am Abend könnte ein Gewitter kommen – oder auch nicht. Lügen die Wolken weil sie sich bewegen, verdichten, auflösen? Ist eine Welle unwahr, nur weil sie gerade noch im Gischt sich aufbäumte und nun in ihr eigenes Tal zusammenstürzt?

Wenn wir Männer vor einer verzweifelten weiblichen Seele stehen, dann können wir uns an diesem Satz orientieren: „Es gibt keine lineare Kausalkette, die zum Kern des ´Problems´ führt. Es gibt kein Problem, nur einen Sturm, eine Brise, einen plötzlichen Wetterumschwung.“

Wir müssen diese Seele nicht reparieren – nichts ist kaputt. Wir können nur da sein – ohne uns mit in den Strudel ziehen zu lassen.

Wir können innerlich zu unserer Frau sagen:

„Sorge Dich nicht um dieses Seelenwetter – aber bitte: Mache auch niemand anderes dafür verantwortlich. Die Schuld für Dein Unwohlsein jemand anderen in die Schuhe zu schieben, ist ein Kindheitsmuster und raubt Dir Deine intuitive Lebendigkeit. Schiebe nichts ab und übernimm Verantwortung für alles was Du bist. Chaos ist in Ordnung. Es gibt keine Schuld. Es gibt nur Schönheit und Weite.“

Wenn Du als Frau diesen Text liest, wirst Du wahrscheinlich fühlen können, dass Du immer und in jedem Moment bereit und fähig bist auf eine göttliche Weise zu lieben und geliebt zu werden.

Oft sagen wir dann: Gilt das nicht auch für den Mann?

Nun, natürlich. Auch der Mann hat einen weiblichen Seelenanteil. Doch wir vergessen dabei auf sträfliche Weise unserer sonst so gepflegte ganzheitliche Sichtweise: Nämlich den Körper. Der weibliche Körper strahlt etwas sehr spezifisches aus, was der Mann in dieser Weise auch in der Seele, aber nicht mit dem ganzen Körper fühlen kann: Die tiefe Sehnsucht und Bereitschaft von der strahlenden und fordernden Liebeskraft durchdrungen und geöffnet zu werden. So wie die Gewitterwolke von der Präsenz eines klaren Sonnenstrahls durchdrungen werden und aller Widerstand abregnet oder schmilzt.

Danke für diesen wunderbaren Beitrag, Sebastian Gronbach www.akademie-im-schloss-gelsdorf

Bild: Splitshire

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