Was ich mir wert bin

von Amari De´

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Die ständige Betonung des Satzes: „Ich stehe für meinen Wert.“ oder auch: „Ich bin es wert, das und das zu bekommen!“ oder auch „Ich lebe meinen Wert…“ löst in mir – Du magst es mir verzeihen – immer einen Krampf aus.

Ich überlege… Ja, Krampf ist das richtige Wort. Verhärtung. Mein Echo darauf ist eine Verhärtung!

Vielleicht liegt es daran, dass ich dieses ständige Herumreiten auf dem Eigenwert als eine Art Außenskelett empfinde, das übermäßig zur Schau gestellt werden muss, weil ein Innenskelett, nämlich das Gefühl, die wirkliche innere Wahrnehmung des Eigenwertes fehlt. So bleibt der Satz eine hohle, weil ungefühlte Phrase, selbst wenn er noch so populär ist, selbst wenn er sich durch den Psychobetrieb noch so toll vermarkten lässt.

Interessant… Ich reagiere auf Außenskelett (Verhärtung) mit Krampf (Verhärtung)… Ich reagiere auf Menschen, die ihren Eigenwert ständig in den Vordergrund stellen, mit Verhärtung. Geht es Dir auch so? Aber die Reaktion anderer auf wie auch immer geartete Außenskelette – es gibt noch viele andere – ist ein anderes Thema.

Aus dem verhärteten, krampfigen Außenskelett mit Namen „Eigenwert“ heraus werden viele, aus meiner Sicht ebenso verhärtete, krampfige Fragen gestelt: „Bleibe ich bei einem Partner, der meinen Wert verletzt, indem er mich nicht wert schätzt?“ zum Beispiel.

Nicht die mangelndes Wertschätzung wird hier zum Problem, dass den Seelenschmerz auslöst, sondern das Gefühl des Wertverlustes, der dadurch entsteht.

Daraus folgt, dass immer wieder Menschen, Dinge abgelehnt werden, die scheinbar den eigenen Wert verletzt oder nicht hoch genug einstuft haben. Es wird fehlendes Geld als Herabminderung des Eigenwertes angesehen, eine miese Wohnung, Freunde, die einen hintergehen und so weiter und so fort.

Immer und immer wieder steht da dann ein schmerzhafter Wertverlust. Und auch umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn ich nicht erreiche, was ich mir vorgestellt habe, dann muss es wohl daran liegen, dass ich „nichts wert bin“.

Klar: Der Eigenwert ist ja auch ein Außenskelett. Und ein Außenskelett liegt, wie der Name schon sagt, ganz außen. Das kann schnell, wirklich äußerst schnell verkratzen…

So, was mache ich jetzt mit dem Eigenwert? Wie mache ich ihn zum Innenskelett?

Zunächst einmal: Mein Eigenwert ist eine gegebene Tatsache.

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Ich bin das einzige Ich, das ich habe!
Ich bin also eine Rarität für mich.
Und ich bin das Einzige, was mich mein Leben lang begleitet.
Von daher bin ich – alles was selten ist, ist kostbar! –
unendlich wertvoll für mich.
Und damit natürlich auch schützenswert.

Punkt!

Ich glaube, dass die ständige Frage nach dem Eigenwert wenig dazu beitragen kann, ein Innenskelett zu entwickeln. Ich glaube, es ist gesünder, den Eigenwert überhaupt nicht in eine Frage hinein zu stellen, denn damit stellst Du ihn schon „in Frage“, ob Du es willst oder nicht.

Wenn ich Fragen stelle, stelle ich die Frage nach dem Wert des Außen für mich.

„Ist dieser Mann, diese Wohnung, diese Freundin, dieser Job… für mich so viel wert und so wichtig für mich, dass ich auch bereit bin, seine oder ihre Nachteile in Kauf zu nehmen?“ (Nur gut gibt’s leider nicht, auch wenn ich’s für mein Leben gern hätte….)

Du siehst, in dieser Frage stehe ich im Zentrum. Ich bleibe ganz bei mir und vollkommen zentriert.

Es geht in dieser Frage auch nicht um den Wert des Mannes oder von sonst etwas anderem. Es geht um den Wert des Mannes in Bezug auf mich! Das ist etwas völlig anderes. Denn dieser Mann, dieser Job, diese Wohnung kann ganz etwas Tolles sein. Nur eben nicht für mich.

Wenn jemand mich niedermacht und nicht „wertschätzt“, so mindert das in keinster Weise meinen Wert. Diese Frage stellt sich überhaupt nicht. Es geht lediglich darum, ob dieser Mann oder diese Frau Eigenschaften und Werte hat, die so wichtig für mich sind, dass ich es in Kauf nehme, mich weiter mit ihm oder ihr zu befassen? Wenn ja, dann bleibe ich. Wenn nicht, dann gehe ich.

~ Amari Dé

Bild: Mokshadeviyoga.com

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3 Gedanken zu “Was ich mir wert bin

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