Gewahrsam

von Amari De´

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Ich glaube nicht an die Große Mutter, an den einen Weg, an Durga oder sonst eine Göttin oder Gott!

All diese Bilder, die ich sehr verehre, sind für mich „nur“ Zugänge, Portale zur Wahrnehmung von Feldern einer ganz bestimmten Qualität von Energie, zu der ich in mir Resonanz verspüre. Dass diese Bilder vor allem aus Göttinnen bestehen, liegt vermutlich darin begründet, dass ich mich in einem weiblichen Körper erfahre und mich daher in weiblichen Ausdrucksformen eher wieder finde. Dabei sind jedoch sind all diese Bilder, all diese Energiefelder nur Facetten von etwas sehr, sehr Großem, das ich zur Gänze kaum erfassen werde.

Wenn es nicht Glaube ist, was ist es dann?

Es ist eher etwas wie Gewahrsam im Sinne von Wahrnehmung. Es ist die Wahrnehmung einer atemberaubenden Größe, eines Systems, in dem nichts verloren geht, alles auf seine Weise pulst und lebt und alles miteinander verbunden ist. Es ist die Wahrnehmung dessen, dass ich in dieser unendlichen Ganzheit nur eine wirklich untergeordnete Rolle spiele. Und doch zugleich auch eine riesengroße: Es ist das Leben selbst, dass sich in mir ausprobiert und durch mich einen Blick auf sich selbst werfen kann.

Eine Welle ist pure Energie, die durch das Wasser jagt. Das Leben selbst ist pure Energie, die Form annimmt und Form verliert, um wieder in neuer Form zu erscheinen.
In dieser großen Einheit, da hat alles seinen Platz! Freude, Trauer, Licht und Schatten, Größe und Kleinheit, Aufbau und Zerstörung. Es spielt keine Rolle, ob ich bin. Oder ob ich nicht bin. Denn das Leben hat unendlich viele Spielplätze, um sich auszuprobieren. Umso glücklicher bin ich darüber, zu sein.

Ob ich einen Freund, eine Freundin habe oder nicht, krank bin oder gesund, groß oder klein, dick oder dünn, gut oder böse, reich oder arm: All das spielt zwar für mich auf individueller Ebene eine Rolle, denn klar: Ich hätt’s gern immer schön!!! Und klar: Ich wär gern immer lieb (geliebt!). Aber für das Leben selbst spielt es absolut keine Rolle. Zumindest nicht im Sinne von gut oder schlecht. Gut und schlecht existiert nur auf der Ebene des Individuums. Es entsteht nur aus der Position heraus. Das Leben genießt Freude und Leid in gleicher Weise, spielt mit Liebe und Hass, erfreut sich an der Vielfalt der Emotionen, die es in mir erspüren kann. Und ist.

Manchmal, wenn ich im eigenen Drama schwelge,
meine eigenen Geschichten baue,
an eigenen Verlusten knabbere,
an Missachtung,
Schmerzen,
Krankheit,
Leid…
Aber auch manchmal, wenn mich ein Höhenflug packt,
ich, ach, so toll und Projekte, die,
ach, soooo wichtig…

Dann tut es gut, mich zu erinnern, wer ich bin:
Eine Welle des Lebens, in der das Leben sich ausprobiert.
Um so durch mich einen Blick auf sich selbst zu werfen.

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Gewahrsam besteht aus Augen, Ohren, Mund, Nase, Haut und Bindegewebe.
Darum gehört zum Gewahrsam auch Gehorsam: Horchen!
Ich horche, ich lausche.
Nahezu unentwegt.
Und ich gehorche!

Amen

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

~ Amari Dé

Bild: Claudia Mel E

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2 Gedanken zu “Gewahrsam

  1. Eine schöne Seite, voller Liebe und Klarheit.
    Und dieser Beitrag spricht mir aus dem Herzen.
    LG und eine gute Zeit und weiterhin ganz viel Freude im Sein und im Tun
    Carmen

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