Unser Bedürfnis nach System

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Eines unserer tiefst verwurzelten Bedürfnisse als Menschen ist das Bedürfnis nach Logik und System. Nicht nur sind wir trainiert, in diesen zu denken durch Schulunterricht, der insbesondere in den naturwissenschaftlichen Fächern sehr logischen Regeln folgt, sondern sie scheinen uns von klein an auch Sicherheit zu geben.

Wenn ich eine Situation vorhersehen kann, kann ich meine Handlungen so anpassen, dass sie für mich günstig sind. Wenn ich als Kind mehrmals erlebt habe, dass meine Mama es gar nicht mag und mich bestraft, wenn ich Schokolade auf das Sofa schmiere, dann kann ich vorhersehen, dass sie es das nächste Mal wahrscheinlich auch nicht mögen und mich bestrafen wird. Dieses Wissen schützt mich.

Dies scheint eine so tief eingebrannte Erfahrung zu sein, dass wir auch im Erwachsenenalter noch daran festhalten, dass uns Wissen schützt. Vielleicht haben wir mit ganz viel Sicherheitsbedürfnis, den wir oft Wissenshunger nennen, dann auch das Bedürfnis in die Wissenschaft zu gehen und nach Antworten zu forschen, die uns das Leben noch besser verstehen lassen oder uns davor bewahren, frühzeitig an Krankheiten zu versterben. Manche wollen auch sich selbst und die eigene innere Logik besser verstehen und beschäftigen sich mit Psychologie. Oder auch mit Spiritualität und den größeren unsichtbaren Zusammenhängen.

Auch wir haben diesen Weg beschritten, uns mit den unterschiedlichsten Krankheitstheorien beschäftigt, die menschliche Psyche erforscht und erkundet und viele viele wissenschaftliche Grundlagen gelernt und Untersuchungen studiert.

Und hier stehen wir nun und Fragen: was wenn diese ganzen scheinbar logischen und linearen Zusammenhänge gar nicht so logisch sind? Was passiert mit unserer Sicherheit, wenn unsere so geschätzte Erklärbarkeit wegbricht? Was dann? Sind wir dann ausgeliefert? Fallen wir dann ins Bodenlose? Oder gibt es ein Vertrauen darunter, dass wir trotz allem gehalten und geschützt sind, auch wenn wir es nicht verstehen oder vorhersehen können?

Letztendlich wissen wir niemals, was selbst im nächsten Moment passieren wird. Und anstatt uns mit dieser Tatsache anzufreunden und den Lauf der Dinge mit all seiner Unsicherheit anzunehmen, basteln wir uns ein Sicherheitssystem nach dem nächsten. In allen Bereichen, auch den spirituellen. Wer erwischt sich nicht dabei zu untersuchen, welche emotionale Unklarheit zu seinem Schnupfen geführt hat? Und wie oft ermahnen wir uns, positive Gedanken zu denken, weil sie unsere Zukunft „linear“ beeinflussen.

Natürlich sollten wir nicht umher laufen und unser Leben riskieren, indem wir sehenden Auges über die Autobahn laufen, um uns zu beweisen, dass es keine Linearität gibt. Sie gibt es natürlich auch.

Aber vielleicht können wir uns darauf einlassen, ein bisschen mehr zu tanzen – das Vertrauen ins Leben zu stärken anstatt zu versuchen, es zu kontrollieren.

Manchmal haben wir das Gefühl, dass wir das Leben gar verpassen durch unsere ständigen Versuche, es zu erklären! Vielleicht sind manchmal die Dinge wie Krankheiten, Tod, oder auch Gesundheit einfach so wie sie sind. Und anstatt dich nach dem warum zu fragen, kannst du einmal beginnen, dich nach dem „wie“ zu fragen: wie gehe ich jetzt so damit um, dass es mir möglichst gut geht. Wie integriere ich es in mein „Jetzt“, jeden Moment neu. Und vielleicht liegt in diesem Ergründen und Erfahren des „wie“ viel mehr Heilung als in dem „warum“, auch wenn wir es in keinster Weise erklären können.
Probiert es einmal und lasst euch überraschen: vielleicht ist das „wie“ sogar noch spannender und nützlicher als das „warum“…

www.zentrumfuerweiblchkeit.de

Bild: Picjumbo

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